Aus GeschichteN lernen?“ Neues Programm in der Theaterwerkstatt Pilkentafel

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Aus GeschichteN lernen?“ Neues Programm in der Theaterwerkstatt Pilkentafel
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(CIS-intern) – Flensburg ist seit einigen Jahren auf dem Weg, seine Vergangenheit als Stadt der Profiteur*innen von Sklaverei und Kolonialismus anzunehmen. Die Theaterwerkstatt Pilkentafel hat es immer als ihre Aufgabe gesehen, sich mit ihren Theaterstücken an diesen Auseinandersetzungen zu beteiligen. Das Stück „Von der Begierde Burgen zu bauen“, das nächste Woche, ab dem 24. Januar um 20.00 Uhr, ein letztes Mal wieder aufgenommen wird und für das der französische Schauspieler und Tänzer Antoine Effroy noch einmal nach Flensburg gereist ist, ist ein Teil davon. Mit der Aufführung dieses Stücks wird gleichzeitig der Auftakt des neuen Programms „Aus GeschichteN lernen?“ gestaltet, ein Programm, an dem so viele verschiedene weitere Personen und Institutionen beteiligt sind, wie nie zuvor.

Kritisch hinterfragt wird das Programm am 30. Januar um 20.00 Uhr aus einer wissenschaftlichen Perspektive: Prof. Dr. Astrid Schwabe (Professorin für Geschichte und Geschichtsdidaktik), Prof. Dr. Christine Thon (Professorin für Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Gelschlechterforschung, aber auch in Post Colonial Studies engagiert) und Saraya Gomis (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in Berlin und Antidiskriminierungsbeauftragte für Schulen) kommen aus einer wissenschaftlichen Sicht zu Chancen, Problemen und Herausforderungen des zentralen Themas dieser Spielzeit ins Gespräch.

VON DER BEGIERDE BURGEN ZU BAUEN – EINE SELBSTUNTERSUCHUNG

Europäer bauen Burgen – auch die Küste Westafrikas ist gesäumt von europäischen Burgen, die Handelsstation, aber auch Gefängnis für die versklavte schwarze Bevölkerung waren.

Die Theaterwerkstatt Pilkentafel fragt sich: Warum bauten unsere Vorfahren, kaum angekommen, Burgen in der Fremde? Wofür brauchen wir Burgen? Und ist Rassismus nicht auch eine Burg, eine innere Burg der weißen Überlegenheit? Ist unser Wohlstand eine Burg, die wir verteidigen? Und wollen wir den wirklich an den europäischen Außengrenzen mit Stacheldraht und Grenzkontrollen sichern? Und unsere Überlegenheit mit Begriffen wie Leitkultur, christliches Abendland, Identität betonieren?

„Von der Begierde Burgen zu bauen“ zeigt die Verstrickungen und die Vergeblichkeit, den Verlust und die Verschwendung, den Überfluss und den Überdruss und alles dies mit und in 200 Kilo Zucker. „Von der Begierde Burgen zu bauen“ ist Text und Bild, Information und Tanz. „Von der Begierde Burgen zu bauen“ ist eine Selbstuntersuchung unseres kolonialen Erbes an unserem kolonialen weißen Körper.

 Merke: Wer eine Burg baut, sperrt sich selbst ein!

Regie: Elisabeth Bohde
Bühnenbild: Roy Spahn

Auf der Bühne: Antoine Effroy, Chidi Egwoum, Torsten Schütte

24./25./26./31. Januar, 01./02. Februar, jeweils 20.00 Uhr

Aus Geschichten lernen?

Kritische Fragen an ein Programm

Dieser Abend soll ein Gespräch und ein Nachdenken darüber ermöglichen, was eigentlich „Lernen aus der Geschichte“ oder „den Geschichten“ heißen soll. Der Anspruch, aus GeschichteN zu lernen, wird häufig formuliert – aber ist es mehr als ein frommer Wunsch? Ist Geschichte da, um daraus zu lernen? Wer erzählt/schreibt welche GeschichteN?  Und wer soll/kann/muss was aus welcher/wessen Geschichte lernen? Was kann denn eigentlich „Lernen“ sein?Verschiedene Personen aus Wissenschaft und pädagogischer Arbeit diskutieren darüber und kommen zu Chancen, Problemen und Herausforderungen des zentralen Themas dieser Spielzeit ins Gespräch.

Ein Gespräch mit:

Prof. Dr. Astrid Schwabe, Professorin für Geschichte und Geschichtsdidaktik, also die direkte Experitn für die Frage, wie man aus Geschichte lernen kann,

Prof. Dr. Christine Thon, Professorin für Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Gelschlechterforschung, aber auch in postcolonial studies engagiert,

Saraya Gomis, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in Berlin und Antidiskriminierungsbeauftragte für Schulen.

30. Januar, 20.00 Uhr

Eintritt für die Veranstaltungen:
20,– € für Förderer*innen
15,– € für jede*n
10,– € für Schüler*innen, Student*innen, Sozialpassinhaber*innen

Für die Gespräche, Vorträge, Diskussionen:

10,– € für Förder*innen
5,– € für jede*n
3,– € für Schüler*innen, Student*innen, Sozialpassinhaber*innen

Karten: An der Abendkasse (Pilkentafel 2), über die Homepage www.pilkentafel.de, unter der Tel. 0461/24901
Vorverkauf: Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung, SHZ Kundenzentrum, Tourist Information

Für Student+innen: 7,–€ Karten im AStA Büro der Uni und FH