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Flensburg-Handewitt und der lange Schatten von 2014: Wiederholt sich der Triumph?

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Flensburg-Handewitt und der lange Schatten von 2014: Wiederholt sich der Triumph?
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Foto: pixabay.com / JeppeSmedNielsen(CIS-intern) – Die SG Flensburg-Handewitt ist einer der traditionsreichsten Handball-Vereine Deutschlands. Als Meister 2004 und viermaliger Pokalsieger ist das Gewinnen vielleicht nicht so ausgeprägt wie beim ewigen Rivalen aus Kiel, doch der Beliebtheit in der Region und im angrenzenden Dänemark tut das keinen Abbruch. Es ist jedoch der lange Schatten des Champions League Triumphes von 2014, der Jahr für Jahr auf den europäischen Handball fällt. Kann Flensburg abermals gegen die Creme de la Creme siegen?

Das Viertelfinale ist erreicht – geht’s ins Final Four?

Foto: pixabay.com / JeppeSmedNielsen

Die Saison 2017/18 läuft nicht allzu schlecht für die SG Flensburg-Handewitt, selbst wenn die Titel erst einmal nicht in Reichweite zu sein scheinen. Das gilt zumindest für die nationalen, denn sowohl in der DKB Handball Bundesliga als auch im DHB-Pokal ist der Triumph weit weg oder bereits gar ausgeschlossen. Der Pokalwettbewerb endete für die SGFH ungewohnt frühzeitig bereits im Achtelfinale. Die harte Auslosung mit den Füchsen Berlin ist dafür noch am ehesten verantwortlich, auch wenn ein Heimspiel natürlich dennoch siegreich gestaltet werden kann. In der Liga sammelten die Schleswig-Holsteiner bereits vier Verlustpunkte mehr als Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen. Eine Handvoll Spieltage vor dem Ende würde es also niemanden überraschen, wenn auch die Meisterschaft 2018 an der SG vorbeizieht. Ehe das Team von Trainer Maik Machulla also wieder Tango mit seinen Gegnern tanzen kann, wird zumindest noch die Sommerpause vergehen. Immerhin steht am 31. Spieltag noch das Highlight-Derby gegen den THW Kiel an. Die abgerutschten Zebras spielen auch um die Ehre, die durch Platz 5 in der Liga etwas ramponiert daherkommt.

Besser läuft es da in der Champions League, in der beide Teams nach wie vor im Rennen um den Titel sind. Der Wettbewerb befindet sich zu diesem Zeitpunkt im Viertelfinale, in dem es Flensburg-Handewitt mit Montpellier HB zu tun hat. Gewünscht hätten sich die Norddeutschen im Hinspiel vor eigener Kulisse in der Flens-Arena freilich ein besseres Resultat. Stattdessen geht es mit einem Unentschieden (28:28) nach Frankreich. Alle Chancen bleiben nach wie vor offen, doch ein wie auch immer gearteter Vorsprung wäre für die Nerven der eigenen Spieler mit Sicherheit von Vorteil gewesen. Den Betway Quoten auf den Champions League Sieg beim Final Four Turnier tut dies allerdings keinen Abbruch. Flensburg-Handewitt ist mit 11,00 (Stand 24. April) lediglich hinter den großen Favoriten aus Paris und Skopje zu finden. Das zeigt die trotz finanzieller Dominanz von ausländischen Spitzenmannschaften tolle Arbeit, die das Management daheim Jahr für Jahr leistet.

Wer kann Flensburg stoppen?

Foto: pixabay.com / ooscario

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Das favorisierte Skopje muss daheim im Übrigen einen Ein-Tore-Vorsprung gegen den THW Kiel über die Zeit bringen. Führt dies dazu, dass man international gar dem Erzrivalen die Daumen drückt? Eher nicht, wenn man sich den grundsätzlichen Tenor der Fans zur Gemüte führt, die sich voll auf ihren eigenen Klub konzentrieren. Die Rechnung der Verantwortlichen in Flensburg ist derweil denkbar einfach. Sollte Montpellier geschlagen werden, erreicht der Klub das Final Four Turnier auf heimischem Boden in Köln. Das Publikum in der Lanxess-Arena wird dann aufseiten der Norddeutschen stehen, noch mehr, falls Kiel die Vorschlussrunde verpassen sollte. Und dennoch: Die Unterstützung in der Halle ist das eine, klare spielerische Defizite gegenüber dem Gegner macht sie in neun von zehn Fällen auch nicht wett. Die SG Flensburg-Handewitt muss mit einem klaren Plan attackieren, um gegen die scheinbar übermächtigen Franzosen aus Paris Erfolg zu haben.

Doch schon das letzte Jahr, als unerwartet Vardar Skopje die internationale Krone holte, zeigt, dass Überraschungen auch auf hohem Niveau nicht ausgeschlossen sind. Bereits 2017 war das französische Topteam hoch favorisiert ins Final Four gegangen, um dort schließlich schnell zu scheitern. Ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Titel ist stets der Torwart. Bereits beim Triumph 2014 zeigte Mattias Andersson eine herausragende Leistung und wurde damit im Endspiel gegen den THW Kiel zum Helden. Der Schwede spielt auch vier Jahre später noch immer für die SG und kommt auf 350 Spiele für seine adoptierte deutsche Heimatstadt. Kann er im Viertelfinalrückspiel und den folgenden Runden erneut zum Helden für seinen Klub und seine Kollegen werden? Ausgeschlossen ist es wahrlich nicht, wie die letzten Champions League Saisons mit teils großen Überraschungen zeigen. Doch die Favoriten sind realistisch gesehen andere. Das waren sie aber auch schon 2014.