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Flensburger Nautiker: Windparks gefährden Schiffsverkehr

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(CIS-intern) – Forscher der Fachhochschule Flensburg warnen vor einer Zunahme von Schiffskollisionen. Grund ist die steigende Zahl von Offshore-Windparks, vor allem in der Deutschen Bucht. Mit rund 150.000 Schiffen, die das Gebiet jährlich durchkreuzen, ist schon jetzt in kaum einem anderen Seegebiet mehr Betrieb. Und je mehr Windräder auf See errichtet werden desto größer die Gefahren für die Schiffe. Nautik-Professor Pawel Ziegler vom Maritimen Zentrum der Fachhochschule Flensburg fordert daher Einbahnstraßen, auf denen es keinen unmittelbaren Gegenverkehr gibt.

Foto: Hermann Betken

Entlang der Küsten gilt bereits Vorfahrt für große Schiffe. Ziegler befürwortet die Ausweitung solcher Korridore auf die gesamte Nordsee: „Wenn Sie bei widrigen oder auch schon guten Wetterverhältnissen aus dem Brückenfenster schauen und vor lauter Windenergieanlagen den Verkehr gar nicht mehr sehen, der Ihnen da von Steuerbord in die Quere kommt, dann haben Sie ganz schlecht die Möglichkeit, diesen Verkehr überhaupt zu identifizieren, geschweige denn, Ihr Ausweichmanöver zu planen“, erklärt FH-Professor Ziegler. Gleiches gelte für das Radargerät: „Durch Radarechos sind diese Gebiete oder Trassen dann abgeschaltet.“

Nautiker Pawel Ziegler stützt sich dabei auf Erkenntnisse von Simulationen, die er im Maritimen Zentrum der Fachhochschule Flensburg gewonnen hat. Im modernsten Schiffssimulator Nordeuropas haben die Nautiker Szenarien durchgespielt, bei denen Fahrzeuge anderen Fahrzeugen bei der Kreuzung von Trassen ausweichen müssen. Dabei wird berechnet, welche Nahbereichssituation dann mit den Windkraftanlagen zustande kommt.

„Dabei haben wir festgestellt, dass sich die Entfernung nach einem derartigen Ausweichmanöver auf eine bis 1,5 Seemeilen zu einer Windenergieanlage reduziert. Und das liegt doch in einem kritischen Bereich“, erklärt Ziegler.

Autor: Kristof Gatermann
PM: Torsten Haase

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