Das Programm der Flensburger Theaterwerkstatt Pilkentafel im Oktober 2013

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(CIS-intern) – Der Jubiläumsspielplan 30 Jahre Pilkentafel geht weiter mit Literaturbearbeitungen. Als erstes steht Oskar Pastior. Die mit Messer und Gabel Lesenden nennt die Theaterwerkstatt Pilkentafel ihr 2007 in kurzer, kompakter und ungemein inspirierender Probezeit entstandenes Sprachlabor.

Die Messer und Gabel Lesenden
Oskar Pastior wurde 1927 in Hermannstadt (Sibiu) in der deutschsprachigen Minderheit Rumäniens geboren. Mit 17 deportierten ihn die Russen ins Arbeitslager und hier wurde ihm das Schreiben zum Überlebensmittel. Nach 5 Jahren zurück in der „Freiheit“ musste er Wehrdienst in der rumänischen Armee leisten und auf dem Bau arbeiten. 1955 studierte er endlich Germanistik, arbeitete beim deutschsprachigen Rundfunk, schrieb, bis er es 1968 nicht mehr aushielt und von einer Reise nach Wien nicht zurückkam. Von da an lebte und schrieb er in Berlin

Im Oktober 2006 sollte er den Büchnerpreis erhalten, aber wenige Tage vor der Verleihung starb er während der Frankfurter Buchmesse. Christina Weiss sagte in der Laudatio:
„Er erfindet und findet eine neue Welt aus Sprache – aus seiner Sprache, die für uns eine fremde ist, eine befremdliche, eine unerwartete, eine unerhörte. Das Alltagsvertrauen in die Sprache treibt er uns gründlich aus, stattdessen lehrt er uns das Staunen über das sinnliche Material Sprache und seine Möglichkeiten Bedeutung zu erzeugen. „

Die Theaterwerkstatt Pilkentafel sagt über ihr Sprachlabo:r
„Wir bauen ein Sprachlabor auf, um diese Texte zu hören? Zu erleben? Zu begreifen? Zu erfassen? Erklingen zu lassen? Zu zeigen? Zu sehen? Zu untersuchen? Zu verstehen? Zu zerlegen? Zu teilen? Und so tragen wir diese Texte ins Labor unserer Münder, zerkauen Worte und lauschen ihrem Nachgeschmack, verdauen Sätze und spucken die Bedeutungen aus, verpacken die Texte in Flüstertüten und entkleiden sie, kochen die Silben auf und kühlen Buchstaben ab, legen Zeilen unters Brennglas und die Seiten aufs Tablett. Kurz: wir lesen mit Messer und Gabel.“

Es spielen: Elisabeth Bohde, Johanna Stapelfeldt, Torsten Schütte
Termine: Mittwoch 02., Donnerstag 03., Freitag 04. + Samstag 05. Oktober 20:00 Uhr
Karten über die Homepage www.pilkentafel.de

An der Abendkasse
Vorverkauf: SHZ Kundenzentrum oder Tourist Information in der Roten Straße
Für Studenten: Karten für 7,– € im AStA Büro der Uni und FH (begrenztes Kontingent)
Eintritt
20,– € für Förderer
15,– € für jeden
10,– € für Schüler, Studenten, Sozialpassinhaber

Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic
Eine Komödie nennt Enzensberger seinen Text, aber es sind 47 Gedichte, die sich in komplexer Weise auf einander beziehen. 1969 schrieb Enzensberger auf Cuba, im Angesicht der Hoffnung, ein Gedicht über den Untergang der Titanic. Dieses Gedicht ging verloren und er rekonstruierte es in Berlin, er „fälscht sein eigenes Werk“. Es wird ein komplexes Werk über die Titanic, über den Eisberg, über die Ungerechtigkeit auf einem Schiff und in der Welt, über die untergehenden Hoffnungen und erhoffte Untergänge, über die Unterhaltung angesichts der Katastrophe und die Möglichkeiten der Kunst angesichts der diversen Untergänge.
1987 – 90 spielten und verspielten die Theaterwerkstatt Pilkentafel den großen Text. Sie spielten radikal ein Stück, das erst aufhörte, wenn der letzte Zuschauer gegangen war. Nun kehren die Theatermacher noch einmal zu ihm zurück – und er ist anders aktuell… und hat immer noch recht, “auch wenn es zu spät ist recht zu haben“.

Elisabeth Bohde sagt dazu: „„Der Untergang der Titanic“ ist ein so unendlich kluger wie sinnlicher Text, vielleicht auch ein Text, an dem man sich doch halten kann in Zeiten der immer neuen Untergänge Klimakatastrophe, Fukushima, Finanzkrise, Eurokrise… bis zur Sinnkrise und der Krise des eigenen Alterns?“

Es lesen Torsten Schütte und Elisabeth Bohde
Bilder Claudia Mayer

Termine: Donnerstag 17., Freitag 18., Samstag 19., Donnerstag 24. Freitag 25. + Samstag 26. Oktober 20:00 Uhr
Karten über die Homepage www.pilkentafel.de
An der Abendkasse
Vorverkauf: SHZ Kundenzentrum oder Tourist Information in der Roten Straße
Für Studenten: Karten für 7,– € im AStA Büro der Uni und FH (begrenztes Kontingent)
Eintritt
20,– € für Förderer
15,– € für jeden
10,– € für Schüler, Studenten, Sozialpassinhaber

PM: Pilkentafel

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